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Dennis politisch

Kurzform:

Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen, ehemals Mitglied der LINKEn (über die WASG), alles in Gelsenkirchen

Etwas länger:

Zielsetzung, Selbstbezeichnung, Ideologie: Die klassenlose Gesellschaft, eine bundes/europa/weltweite Demokratie, maximal mögliche Freiheit des Individuums in der Gesamtheit der Individuen. Ich bin davon überzeugt dass die Vernunft und der Wille sie zu gebrauchen der einzig relevante Unterschied unter den Menschen ist. Daraus leite ich ab dass eine Zivilisation die diesen Namen verdient ohne Einschränkung einem universellen Gleichbehandlungsgrundsatz folgen muss. Die Aufgabe einer Gesellschaft, sei sie noch national oder eben postnational, muss darin bestehen einen Konsenz des Zusammenlebens zu entwickeln und zu unterhalten in welchem sämtliche technisch und wissenschaftlich machbaren Möglichkeiten ausgeschöpft werden jedem Menschen dieselben Rechte, Möglichkeiten und Grundversorgung zum Lebensunterhalt zu gewährleisten. Ergo bin ich Antifaschist/Antirassist, Antikapitalist und gegen jegliche andere Form sozialdarwinistischer Denke. Ich bezeichne das als “Kommunist”, sehr wohl dem Umstand bewusst dass dieser Begriff heute mit anderen Bedeutungen verknüpft ist.

Unter diesen Prämissen bewerte ich politische Sachverhalte, das heißt ich betrachte die Welt durchaus ideologisch. Ich halte es aber nicht für problematisch wenn jemand, in dem Fall ich, weiß wie er die Welt gerne hätte. Das Fehlen einer solchen Zielsetzung im politischen Alltag ist m.E. nach mitverantwortlich für die gegenwärtige Konzeptlosigkeit der Politik und die Unterwanderbarkeit der Politik durch Profitlobbyisten. “Ideologisch” ist heute quasi ein Schimpfwort, ich hingegen kann über Leute die meinen sie würden “unideologisch” Sachverhalte bewerten nur lachen. “Unideologische” Politik gestaltet nichts, sie verwaltet und reagiert nur. Was heute mit “ideologisch” gemeint ist ist verbohrtes Denken, quasi religiöse und verbohrte Unvernunft. Die Abneigung gegen solches Verhalten teile ich. Und mir ist dabei aufgefallen dass diese Verbohrheit in vielerlei Hinsicht gerade bei jenen Akteuren zu finden ist die zugleich behaupten “unideologisch” Politik zu machen.

Ich bin politisch aktiv weil aktiv politisch zu sein meiner Ansicht nach nichts anderes ist als Verantwortung für sich selbst und sein Leben zu übernehmen. Fast jeder findet Zeit sein Geschirr zu spülen, die Flurtreppe zu putzen und den Müll runter zu bringen. Sich in jene Prozesse einzuschalten welche die Umstände des eigenen Lebens beeinflussen fällt aber kaum jemanden ein, obwohl diese Prozesse oft viel schwerere Auswirkungen auf das eigene Leben haben als ein Berg verschimmelten Geschirrs.

Ich gestehe natürlich jedem die Freiheit zu sich in dieser Hinsicht gehen zu lassen. Warum jedoch so viele Menschen als kulturschaffende Wesen es vorziehen lieber teilnahmslos alles über sich ergehen zu lassen muss ich nicht verstehen. Tue ich auch nicht.

Parteien sind kein Selbstzweck. Es geht nur um Sachfragen und Inhalte. Alles andere ist Rumgehampel auch wenn ich dieses Rumgehampel mittlerweile zwangsläufig gut drauf habe. Ich bin Mitglied der Grünen weil die Grünen zumindest auf dem Papier dem Ideal einer Partei nahe kommen die tatsächlich auf demokratischen Prinzipien basierend funktioniert und welche Konzepte auf Basis eines rationalen Diskurses entwickelt. Das bedeutet aber nicht dass das Feld meiner politischen Gegner an der Parteigrenze aufhört oder beginnt und ich sehe auch (außer in speziellen Sachzwängen) keine Veranlassung meinen Grünen eine größere Solidarität zukommen zu lassen als einem korrekten Fremdparteiler. Natürlich steht mir eine Katja Kipping näher als ein Fritz Kuhn, genauso wie mir Ströbele näher steht als ein Lafontaine.

Insofern bin ich auch ein glühender Verfechter des Parteiencrossovers. Ich kann eben nix dafür dass gute Leute in scheiß Parteien arbeiten und, ähm, naja Fitz Kuhn halt in der Partei die ich gut finde. “Nur der Inhalt zählt” Mika Häkkinnen

Ach und wo wir schonmal dabei sind: Die meisten Politiker sind nett. Tofte Menschen. Oft jedenfalls. Sollte ich in diesem Blog also irgendwann einmal einen Politiker als “scheiße” oder “Arschloch” bezeichnen, so ist damit gemeint dass er politisch scheiße oder politisch inhaltlich ein Arschloch ist. Solche sachlichen Feststellungen sollten nicht mit Werturteilen über die Person verwechselt werden.