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Mein Leben als Weltraumaffe

Über Frisuren und cryorecycelte Hirnmasse


War ja klar. Aufwachsen in Gelsenkirchen-Erle lässt sich nun mal nicht verleugnen. Also kaum fängt meine Arbeit (aufgrund einer Erweiterung des Aufgabengebiets) an tatsächlich in Arbeit auszuarten, fange ich an die barteltypischen Angewohnheiten auszuleben die ich schon bei meinem Vater im Getränkemarktlager bewundern durfte.
Schraubenzieher dabei, Arbeitshandschuhe in der Gesäßtasche. Dazu passend breitbeiniger Gang wie jene Laubsaugerghostbusters von der Stadtreinigung. Whoooo, Laub aufgewirbelt, Hundekotstaub eingeatmet, Mission erledigt, ab Currywurst holen.
Naja, ganz so schlimm ist es nicht. Zumindest habe ich nix mit Laubsaugern und bezeichneter Partikelatmung zu tun. Aber es ist schon durchaus so das man nach langem Arbeitstag (endlich!) wieder so richtig schön groggy ins Bett fällt. Das wirkt sich natürlich aufs Lebensgefühl aus. Und so steht man dann als Person die sich immer vor Mützen gedrückt hat, mit der neuen schwatten Mütze vorm Spiegel und freut sich das man in Kombination mit dicker Jacke endlich ein wenig so aussieht wie die Bostoner Werftarbeiter. Passenderweise feiern die Dropkick Murphys im MP3 Player Wiederauferstehung. Und irgendwie vermisse ich meine schwarz-weiß karierte Bauarbeiterjacke.
Ja doch, ich fühl mich wohl so. Man kann es aber auch übertreiben.
Und natürlich habe ich die Gelegenheit zur Übertreibung nicht ausgelassen. Denn als Chefin mir die Haare schneiden wollte verlangte ich gleich aus praktischen Erwägungen nach der Maschine. Tolle Idee. Im Winter. Mütze hin oder her.
Nun sehe ich aus wie eine Mischung aus West Ham United Hool und Tarzans bestem Freund Cheetah. Was nicht dramatisch wäre. Wenn es eben nicht so kalt draußen wär.
Ich befürchte Hirnfrostung. Die Folgen wären fatal. Ich könnte plötzlich in die SPD eintreten oder sowas. Ebenso gut eigne ich mich mit diesem Look aber auch für russische Weltraummissionen. Falls die noch mal einen Affen hochschießen wollen. Obwohl, war der Affe nicht bei den Amis? Dann verzichte ich lieber auf den Flug.
Heute morgen war es mir schon fast so als würde mich Tyler Durden per Megafon anschreien ich sei der singende tanzende Abschaum der Welt. Aber dann war es doch nur das Gemaunze von Chefins Kater.
Es gibt aber auch Positives daran. Nicht nur das Lebensgefühl an sich. Sondern auch weil ich dauernd SHAM 69 und erwähnte Dropkick Murphys vor mich hinsumme. Und in zwei bis drei Wochen bin ich sowieso wieder so schön wie ich eh niemals war.


 
 
 

Ein Kommentar zu “Mein Leben als Weltraumaffe”

  1. Malte
    28. Januar 2009 um 16:45

    http://www.kybernetikon.de/nav.html [unten rechts, Weltraumaffe!]

    Verwandschaft?

    Gruß
    Malte ;-)

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