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Gestaltungskoalition, ick hör dir trapsen…

Über Huckepackfahrer in der Weltwirtschaftskrise, den Untergang des deutschen Pornofilms und wie die lokale CPD und SDU ihre große Kooperation im Stadtrat vorbereiten…

Die Finanzkrise, die Rezession, die Stagflation… alles zweifelsohne da und ohne Frage sind größere Anstrengungen und Korrekturen vonnöten um den gegenwärtigen Wohlstand oder wenigstens die soziale Sicherheit der BRD (und wenn wir schon mal dabei sind, des ganzen Globus) zu erhalten.

Wie in jeder größeren Dynamik gibt es aber auch hier Trittbrettfahrer die ihre Partikularinteressen und Partikularverfehlungen huckepack von den großen Lösungen der aktuellen Fragestellung miterledigt haben wollen.

So versucht General Motors den Eindruck zu erwecken die Krise wäre der letzte Dolchstoß gewesen und nicht etwa die verfehlte Modellpolitik des Großkonzerns. Ebenso äußert die deutsche Pornobranche Begehrlichkeiten hinsichtlich staatlicher Finanzhilfen („Der deutsche Pornofilm ist gefährdet“) als ob nicht schwachsinnig-abtörnende Dialoge und koitusbegleitende Fahrstuhlmusik den Abschwung des deutschen Pornofilms eingeleitet hätten.

Nahtlos fügt sich in diese Reihe auch das Geschwurbel von Eintracht Schwarzfilz und Fortuna Rotfuß in Gelsenkirchen über eine mögliche „Gestaltungskoalition“ ein. Selbstverständlich nur begrenzt auf den Themenkomplex der Verteilung von der Stadt zustehenden Konjunkturpaketgeldern.

Selbstverständlich.

Als ob nicht bereits das Statement von SPD-Oberbürgermeisterkandidat Frank Baranowski hinsichtlich einer x% Hürde in Stadträten Bände gesprochen hätte. Der Unwillen in einem System der wechselnden Mehrheiten Politik arbeiten zu müssen ist sowohl der CDU als auch der SPD deutlich anzumerken. Aber darauf liefe es relativ wahrscheinlich hinaus.
Es ist ziemlich sicher das nach der Kommunalwahl weder SPD noch CDU ohne den jeweils anderen eine stabile Ratsmehrheit werden aufbauen können. Das bedeutet damit für den Rat demokratische Mehrarbeit (nebst Versachlichung von Debatten, nebst höherer Bewertung des Leistungsaspektes bei der Verteilung von Posten) es sei denn – ja es sei denn nach der Kommunalwahl gehen die beiden Volksparteien „schweren Herzens“ in eine Große Koalition oder Kooperation.

Weil das ja der „Wählerwille“ ist. Oder weil die besondere Situation die gemeinsame Anstrengung der staatstragenden Kräfte…blablabla. Den Käse kennen wir doch schon von 2005. Und ebenso die mittlerweile zutage getretene Leistungsfähigkeit von Bündnissen dieser beiden „Volkspartei“ bezeichneten Politverkrustungen.
Populär ist großkoalitionäres Getue derzeit sicher nicht. Umso besser für die „Großen“ das da passenderweise eine Finanzkrise vorbeigekriselt kommt. Hier finden wir die „große“ Aufgabe aufgrund derer der (beliebig deutbare) „Wählerwille“ die beiden Klötze Gelsenkirchener Politik in eine monolithische Großklotzigkeit führt.
Betrachten wir das Gerede von einer Gestaltungskoalition also ruhig als das was es ist: Wahlkampfgetue und gleichzeitig auch als Instellungbringen für das vermeintlich Unvermeidliche.

Insofern ist der kommende Kommunalwahlkampf in Gelsenkirchen auch eine Art „Stiftung Blödheitstest“. Wie viele BürgerInnen werden so blöd sein die schwarzrote Kooperation durch eine Stimme an die CDU zu wählen? Wie viele Genossen der SPD werden so blöd sein Wahlkampf zum Wohle der Union in einer großen Ratskoalition zu betreiben?

Sollten dies viele Menschen sein, so ist ohne Zweifel auch der deutsche Pornofilm noch nicht verloren.


 
 
 

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