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Ich twittere nicht

Katharina Schwabedissens Internetweisheit, Dieter Nuhrs Wok, Agent Breshnews Abneigung gegen Aktualisierungszwänge, Grüne bei Twitter, Grüne bei Facebook…(Straftanz im Lager, Straftanz Zeche, Straftanz Matrix, 1,2,3 Los!)
“Haben Sie eigentlich schon ein Wok? Ich habe kein Wok. (Pause) ICH WILL AUCH KEIN WOK!“ (Dieter Nuhr)

Hier widme ich mich kurz der Frage warum ich es wage weder bei Facebook vertreten zu sein noch zu Twittern.
Die Internetaffinität der GRÜNEN treibt manchmal schon seltsame Blüten. Da twittern sich Grünlinge aller Couleur ihre Kurznachrichten um die Ohren, da gibt es Facebookpräsenzen und Unterstützungsaufrufe für (Thorsten Schäfer-Gümbel) ähm, den Munsterian Stallion.
Nur selten wird man darauf angesprochen warum man da nicht mitmacht. Ich vermute, das hat damit zu tun dass du gar nicht wirklich auffällst wenn du nicht auffällst.
Ich will keinen Wok.

Oh mein Gott, stellt euch doch bitte mal eine Standleitung zu all euren Freunden vor. Ihr habt keine?

Gut, dann eben zu all euren FDP-Parteifreunden.
So und jetzt malt euch kurz ein ständiges Dauerge“zwitscher“ von linksrechtsvornehinten aus. Ich fühle mich an einen bissigen Kommentar von der (virtuell leider verblichenen) Agentin Breshnew über eine social networking plattform erinnert: „Ich hasse krankhaften Profilaktualisierungszwang. „Morgen gehe ich mit meinem Schatzi einkaufen“, „gleich treffe ich meine beste Freundin“, „übermorgen geh ich kacken“.“
Was Breshnew da beschreibt stilisiert Twitter zum Hauptaspekt. Wenn ich mag kann ich mich fast täglich darüber informieren welche Schwierigkeiten Patje wieder morgens mit dem Bahnfahren hatte. Will ich aber nicht. Nix gegen Patje.
Natürlich schreibt die grünliche Twittercommunity nicht über ihren Stuhlgang. Und es wäre auch vermessen pauschal zu behaupten alles was da getwittert wird wäre das schriftliche Äquivalent zu dem was Nuhr „Geräuschübertragung“ nennt. Aber in einer simplen Kosten-Nutzenrechnung stelle ich fest – da ich mich verpflichtet fühlen würde mitzutwittern (weil ich nie das Maul halten kann) wäre der Ertrag diverser Twittermitteilungen meinem Zeitverlust für das Verfassen von Twittermitteilungen nicht angemessen.
Abgesehen davon dass ich schon als Unterschichtler exkludiert bin. Die notwendige Hardware besitze ich gar nicht, kann sie derzeit auch noch nicht bauen und spare mir mein Geld für wichtigere Dinge. Lakritz und Bücher zum Beispiel.

Facebook
Ich finde der Name ist schon irgendwie lookismlike. Denn aufgrund meiner Sozialisation in Zeiten wo zum Beispiel noch das „A-Team“ im öffentlich-rechtlichen TV lief, assoziiere ich „Face“ immer mit Dirk Benedict welcher zum hübsch aussehen mitspielte. Deswegen habe ich mich, als es unumgänglich wurde, für Myspace entschieden.
Nette Theorie. Aber Blödsinn. Ich bin auf Myspace weil Bekannte auf Myspace waren. Zum Beispiel Shub. Und ich bin da geblieben weil es da so viele schöne Freaks gibt. Was soll ich denn jetzt parallel dazu noch auf facebook? Um da Unterstützungskampangnen durch anklicken zu fahren? Och nee Leutz.
Katharina, heute Landessprecherin der PDL NRW hat mir mal gesagt sie fände, viel Internetpolitaktivität wäre mehr ein Placebo für tatsächliche politische Arbeit. Damit hatte sie natürlich unrecht und deswegen bin ich auch der Hüter des Dennis-Blogs und sie nur Landessprecherin der PDL NRW. Aber ich stimme ihr insofern zu das ich glaube, der Stimmenanteil welcher die SPD Hessen wegen Thorsten Schäfer-Gümbel auf Facebook gewählt hat dürfte nicht allzu riesig gewesen sein. Außerdem beginnt ja irgendwo auch Privatleben. Guckt mein Myspaceprofil an und ihr wisst was ich meine.
Abgesehen davon habe ich zuletzt eine ulkige Geschichte gehört. Burger King bot einen Gratisburger für jeden Facebooknutzer der 10 seiner Facebook“freunde“ strich. Die bekamen dann die Meldung „Du warst X weniger wert als ein Sowiesoburger“. Es wurden hunderttausende „Freundschaften“ getrennt bis Facebook die Aktion stoppte.
Nachhaltiges Netzwerken sieht anders aus. (rechnet „…der surrealpolitische Flügel…brummel…wären ca. hmm… 750 Burger gewesen…vorausgesetzt die Partei wäre komplett online…grübel“)

Die blödeste Frage die ich aber je in dem Zusammenhang gehört habe war „Warum bist du nicht bei StudiVZ?“.
Herrje.
WEIL ICH KEIN STUDENT BIN! Und weil ich mit (gefühlt) 95% dieser Pappnasen NIE, aber wirklich NIE was zu tun haben will!

Und ich hab auch keinen Wok!

Ich stelle gerade fest das ich tatsächlich älter werde. Es stellen sich bei mir erste Blockadehaltungen bzgl. neuer Technologien ein. Sehr entspannend.
Quatsch. Mensch muss halt einfach nicht alles mitmachen.


 
 
 

15 Kommentare zu “Ich twittere nicht”

  1. Wolfgang G. Wettach
    20. Januar 2009 um 19:00

    Hi Dennis.

    Ich habe beides. Wok und Blog. MySpace und Facebook - letzteres nutze ich jeweils deutlich häufiger. Ich twittere auch, als Mikroblogging, nicht als SMS an meine Möchtegernfreunde. Mit einer Statusänderung bei meinem (wesentlichen) InstantMessenger (AIM) wird zugleich von AIM der Status bei Twitter gesetzt, und Twitter setzt den Status bei Facebook. Und mein englisches und mein deutschkandidierendes Blog haben etwas neues für die die dort hinschauen. Alles mit einem IM-Status - diese schöne broadcasting-Funktionalität hat mich dazu gebracht, bei Twitter einzusteigen.

    Wichtig für die Netzbegrünung ist es meines Erachtens nicht dass alle netzaffinen Grünen sich bei allen Diensten anmelden um miteinander überall das Gleiche zu sagen. Wichtig für die Präsenz unserer Partei in den Netzen ist aber tatsächlich, dass wir dort, wo wir sowieso im Internet aktiv sind, uns miteinander vernetzen und präsent sind, uns austauschen, zu Aktionen und Initiativen einladen (denn es geht zB bei Facebook nicht um “Klickaktivismus” allein, sondern tatsächlich um vieles was “MeineSPD” ist und was “TheGreensAreUnited.eu” leider nicht ist, mangels Unterstützung durch die Bundespartei(en) zB.

    Und unsere Blogs zu vernetzen kann auch via Twitter gehen - wenn wir etwa Bescheid geben dass und worüber wir gerade gebloggt haben. Nur so zum Beispiel.

    Mit grünen Grüßen aus dem grünen Tübingen,

    Wolfgang G. Wettach, Grüner Europakandidat ‘09 und ‘14

  2. Maik B.
    21. Januar 2009 um 02:14

    Danke für die ausführliche Antwort. :-)
    Bis Freitag.

  3. dogma_p
    21. Januar 2009 um 02:33

    @ dennis: hast recht, man muss nicht alles mitmachen.
    @ wolfgang: hast recht, wenn man es schon macht (weil man es selbst für nützlich erachtet), dann kann man es auch sinnvoll(er) nutzen ;-)

    twittern um des twitterns willen? um himmels willen! twittern, weil’s alle tun? nö, ich geh ja auch nich nicht wählen, bloß weil’s die mehrheit tut bei manchen wahlen. ich twittere zur vernetzung und weil’s schneller ist als jedes andere printmedium.

  4. Munsterian Stallion
    21. Januar 2009 um 12:30

    Ich in einem Atemzug mit TSG … da weiß ich ja jetzt gar nicht, ob ich mich geehrt oder gedisst fühlen soll.

    Was das Thema angeht, kann ich sowohl Dennis als auch Wolfgangs Standpunkte verstehen. Und das Schöne daran ist ja auch: beide können recht haben und einfach so weiter machen. Dennis wird weiterhin nicht gezwungen, einen Wok zu kaufen und per twitter die Welt über seinen Stuhlgang zu informieren, und Wolfgang kann weiterhin sein mediales Dauerfeuer 2.0 auf allen sich bietenden Kanälen machen.

    Ich sehe mich da irgendwo in der Mitte - twittern nur vom Rechner aus (vom Handy aus klappt das bei mir irgendwie nicht, und die Monstranz der neuen jungen Wichtigkeit - den Blackberry - besitze ich Gott sei Dank noch nicht ), facebook weil’s auch Spaß macht - so wie Dennis myspace, und fertig.

    Muss die Welt wissen, was es bei mir zum Mittagessen gibt? - Nein. Darf sie es? - Ja.

  5. Der Brüsseler
    21. Januar 2009 um 12:51

    Ich habe einen Wok ;-)

    Letztendlich geht es doch darum die Menschen zu informieren und dafür sollte jedes geeignete Medium genutzt werden, egal ob der Infostand in der Einkaufspassage, das Radio, die wöchentlichen Talkshows oder eben das Internet.

    Die Menschen beschweren sich, dass die Politik nicht die Leute informiert. Nun gibt es Möglichkeiten dieses bestehende Kommunikationsdefizit zu beseitigen doch was nützt es wenn sich Politiker - wie so oft - diesen Instrumenten und Möglichkeiten verweigern?

    “Katherina” betrachtet die Informationspolitik via Internet als Placebo und zeigt damit eigentlich nur, dass sie - meiner Meinung nach - an keiner Kommunikation interessiert ist. Parteien müssen für ihre Politik werben und über diese informieren und es hilft nicht, wenn man sich hinter “tatsächliche politische Arbeit” versteckt, aber die Menschen weder erreicht noch überzeugt.

  6. Gregor
    21. Januar 2009 um 13:09

    Artikel, die Dieter Nuhr als Grundlage haben, kann ich nicht gut heißen. Aber eines muss ich trotzdem loswerden: Mehrere Links in deinem Artikel funktionieren nicht, weil du ein http:// davor vergessen hast.

  7. Dennis
    21. Januar 2009 um 13:58

    @Gregor
    Nur der Link zu Roberts Myspaceseite soweit ich das sehe? Welche denn noch?

    @Brüsseler
    Naja, das würde ich Katha nicht vorwerfen. Man muss ihr zugute halten das sie von einer Partei geprägt ist in welcher haufenweise Menschen das Bombardieren von Internetforen und E-Mailadressen mit abstrusen Dummschwatz als politische Arbeit bezeichnen.
    Ansonsten mache ich eine Detailkorrektur. Es geht m.E. nach darum mit den Mitmenschen zu kommunizieren. Dieses Sender-Empfängerprinzip liegt mir nicht. Ich bin doch nicht die grüne ARD. Leider.

    Ich hab ein Blog und eine E-Mailaddy. Das reicht doch wohl ;)

    @Hengst
    Jaaa. 10 Punkte! Der Blackberry… nebst Tocotronicfrisur, halblange Kunstlederjacke, Ringelpullover oder existenzialistischer Rollkragen. Willkommen bei den JuLis, ähm, den GRÜNEN.
    Grüne auf Facebook
    Grüne auf Twitter
    Grüne mit Läppi
    Grüne mit Haargel
    Vor-zurück
    Verannt
    1,2,3,4 Los!
    (Wer hätte gedacht das dieser Schrottsong nochmal so nützlich sein könnte)

  8. youdigit
    21. Januar 2009 um 14:06

    Dennis, nun komm mal wieder runter. Keiner will Dir einen Wok andrehen und deine Daten gehören Dir. Außerdem gewährleistet Dein Blog ja schon jedem Dennisfan einen tiefen Einblick in Deine Seele.
    Aber eine Twitter-LIve Übertragung der Stimmergebnisse bei Listenwahlen zum Beispiel finde ich durchaus basisdemokratisch. Du kannst natürlich auch am Telefon hängen und die Leute persönlich anrufen die das gerade wählen oder gewählt werden. Auch Facebook ist keine Droge, sondern ein nettes Nicetohave und ich habe durchaus schon interessante Kontakte dadurch bekommen.

  9. Till
    21. Januar 2009 um 14:37

    Bzgl. Twitter hast du vermutlich recht, ich mag dieses Hintergrundrauschen aber. Bzgl. Facebook. Naja. Finde sowas wie Facebook-in-Grün essentiell für die Zukunft der internen Parteiarbeit und warte ungeduldig darauf.

    Spannend der Aspekt “Unterschicht - lieber bei Myspace”. Das würde die US-amerikanische Untersuchung von danah boyd bestätigen, die schicht- bzw. milieuspezifische Differenzierungen zwischen beiden Plattformen festgestellt hat. Facebook macht eher auf ordentlich, reicht schon fast ans geschäftliche XING ran — Myspace macht auf chaotisch, bunt, ungeregelt — und beide sprechen entsprechend unterschiedliche Menschen eher an oder eben nicht. Interessant.

    BTW: Bin hierhergekommen, weil Peter Alberts bei Facebook geschrieben hat, dass du was interessantes über das Nicht-Twittern geschrieben hast.

  10. Till
    21. Januar 2009 um 14:38

    PS: Dein Wordpress mag Kommentare nicht bzw. nimmt sie an, schmeisst dabei aber ständig mit PHP-Fehlern um sich. Evtl. Anführungszeichen in Regexs?

  11. Dennis
    21. Januar 2009 um 15:02

    @Till
    Ich weiß. Hindert aber euch ja gottseidank nicht am kommentieren. Mein sponsernder Webgott wird sich sicher bald darum kümmern. Ich bin hier nur für das geschimpfe zuständig.
    Ja das Peter das getan hat hab ich mir schon gedacht. Wie subversiv!
    ;)

    Das mit Myspace liegt wohl daran dass dich stets dein RL-Umfeld dahin lockt. Und da gilt eben: Paare dich nur mit Deinesgleichen bzw. stell dir mal vor wie gerne ich von den Gästen eines Champagnerempfangs als Mitgast begrüßt werden würde.

    @youdigit
    Wieso runter? Ich bin doch gar nicht oben, nur lustig und antwortselig. Wahlergebnisse twittern ist ja eine feine Sache. Aber zum Teil kommen mir manche Twitterer so bemüht twitterig daher wie ein Parteimitglied welches meint sich als Sonstwasausschussmitglied einer Sonstworatsfraktion per eigener Homepage präsentieren zu müssen. Ja, gibts.

  12. Dennis
    21. Januar 2009 um 15:04

    Moment mal:
    War dieser “youdigit” etwa Frau Mux? Hey! Hallo! Aufklärung!

  13. PatJe
    21. Januar 2009 um 20:41

    Über twitter oder nicht twittern, Facebook und MySpace ist ja alles gesagt worden, aber ich wage dann doch mal die These aufzustellen, dass TSG in Hessen ohne das Internet nicht so schnell seine Bekanntheit hätte aufbauen können. Stimmentscheidend war dies aus den bekannten Gründen natürlich nicht ;)

  14. Rui
    24. Januar 2009 um 00:37

    Hey, man muss doch nicht alles machen um „in“ zu sein oder? Der Twitter ist meiner Meinung nach nur eine Modeerscheinung und er wird sich auch nicht halten können. So sehe ich das zumindest. Ich finde es auch gut, wenn man nicht alles mitmacht. Denn wie heißt das alte Sprichwort, dass ich von meiner Mutter schon gehört habe. „Springst du auch deinem Freund hinterher, wenn er sich von einer Brücke stürtzt?“ Nein macht man nicht, also warum soll man dann Twittern. Ich unterstütze dich voll.

  15. Twitter, Facebook und Bloggerträgheit. « Maiks geblogge
    6. Februar 2009 um 06:50

    […] zu schreiben. Ich hab ja noch ein nichtvirtuelles Leben. Von daher kann ich den (kurzhaarigen ) Dennis aus Gelsenkirchen schon […]

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