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Landtagswahl Hessen

Thorsten Schäfer-Gümbel, was mich daran aufregt, an allem, diese Ausbeuterei eines Menschen durch seine unfähige Partei, den Eltoneffekt und Roland Kochs Drohung Norbert Möhrs nötigenfalls auf einen Plutoiden abzuschieben


Ich guck in meine E-Mails und siehe da: Wieder hab ich Post von meineSPD.net. Diesmal mit der Aufforderung mal ganz fix den Thorsten Schäfer-Gümbel zu unterstützen. Das wird dann da „Mission“ genannt. Wie ich das zu tun habe ist auch klar – es wird auf eine Unterstützerseite verwiesen. Wieder kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren das die Sozen das mit den flachen Hierarchien des Web 2.0 irgendwie noch nicht richtig verstanden haben.
Und das obwohl Thorsten Schäfer-Gümbel offenbar zumindest bei Internetnutzern beliebter ist als Roland Koch. Das liegt daran dass diese immer noch vermuten, Schäfer-Gümbel hätte eine der ersten internetaffinen Fernsehshows moderiert – „Elton TV“.

Überhaupt der Eltoneffekt. Schäfer-Gümbels relativer Erfolg erklärt sich aus eben diesem Phänomen. In einer Phase parteiinternen Desasters ausgerechnet einen derart umwerfenden Charismatiker wie Thorsten Schäfer-Gümbel aufzustellen hat sich als kluger Schachzug der sozialdemokratischen Parteistrategen erwiesen.

Eine solche Person in einer solchen Lage aufzustellen weckt zuerst einmal ein zutiefst menschliches Gefühl bei den WählerInnen – Mitleid. Darauf aufbauend nehmen diese mit Erstaunen zur Kenntnis wenn der Kandidat in der Lage ist sich ohne größere Unfälle die Schuhe zubinden zu können und verbuchen dies als Punkt auf der Habenseite. Und zweifellos darf es als gesichert gelten das Schäfer-Gümbel die Ministerpräsidentenqualifikation mitbringt sich die Schuhe zubinden zu können.
So werden nun in der überalterten Tante SPD die neuen Stars entwickelt.

Dies könnte zu einer Neueintrittswelle bei der SPD führen, bringen die Basisqualifikation für eine solche Personenvermarktung doch mindestens gefühlte 50 Prozent der Bevölkerung mit.
Was die Unterstützung angeht: Ich habe sofort Norbert Möhrs angerufen, den CDU-Oberbürgermeisterkandidaten der in Gelsenkirchen das „Mögliche möglich“ machen will. Er hat mir versichert er sei zwar durchaus in der Lage den theoretisch möglichen Wahlsieg Schäfer-Gümbels möglich zu machen, jedoch hätte ihm Roland Koch für einen solchen Fall mit Jugendarrest und Abschiebung auf einen beliebigen Plutoiden gedroht.
Spaß beiseite:

Ich finde den Versuch der SPD diesen Herrn Schäfer-Gümbel in einem Personenwahlkampf zu einer Art Überfigur aufzublasen lächerlich und nicht fair dem Kandidaten selbst gegenüber. Er hat sicherlich sachkompetent seine Qualitäten (wie so ziemlich jeder Facharbeiter in seiner jeweiligen Branche) aber als strahlender Herausforderer taugt er schlichtweg nicht. Und die, meiner Ansicht nach, von der Partei beabsichtigte Nutzung des „Elton-Effektes“, quasi das Ausspielen eines Sympathiebonusses für dauergedisste Witzfiguren, ist eine würdelose Schweinerei die man wohl nur dann zu ertragen bereit ist wenn man auf SPD-Ticket Landtagsdiäten kassiert. Und das dies alles auch noch als Folge der völlig behämmerten Rumeierei der Bundes-SPD mit freundlicher Unterstützung der Energielobby passiert, das schlägt dem Fass den Boden aus.

Die Hessen-SPD hat immer noch ein tolles Wahlprogramm. Zumindest wenn es stimmt das es dasselbe sein soll wie unter Frau Ypsilanti. Es ist ein so fortschrittliches Programm das ich mich schon gefragt habe ob das überhaupt alle Hessen-Sozen verstanden haben. Und es war folgerichtig die dafür notwendigen Mehrheiten zu suchen. Was ist das eigentlich für ein Land wo das Gerede mehr wiegt als die Tat? Da macht eine Ypsi unter „Wortbruch“ das politisch richtige und wird fast schon gesteinigt. Ein Helmut Kohl darf aber unter Einhaltung seines „Ehrenwortes“ das völlig Falsche tun und wird sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen.
Dieser Versuch, die Person Schäfer-Gümbels vor das Programm zu stellen, das ist es was mich am allermeisten ankotzt an diesem Theater.

Nein, ich kann nur davor warnen diese Truppe zu wählen. Ob mit Schäfer-Gümbel oder sonst wem. Ich traue ihnen nämlich bezüglich ihrer programmatischen Aussagen keinen Meter weit. Jede Stimme die an die SPD geht wandert u.U. sowieso in eine Große Koalition.
Wer wirklich in Hessen einen Politikwechsel will, wählt eine der drei kleinen Parteien. Klar, ich wäre für die Grünen aber ich will hier keinen Werbebeitrag draus machen.

Ansonsten möchte ich noch der TSG Hoffenheim mein Beileid ausdrücken, dass ihre fabulösen sportlichen Leistungen von der Vereinnahmung durch den SPD Landtagswahlkampf in Hessen, etwas verwässert wurden. Keine Sorge Jungs, in spätestens 2 Monaten kennen alle Leute wieder nur eine TSG.

So sehen Sieger aus


 
 
 

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