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Monatsarchiv für September 2008

 
 

Die Nachtruhe der Andrea Ypsilanti

Unverdrossen und souverän treibt Andrea Ypsilanti die Gestaltung eines Projekts voran welches zuvorderst ein Ziel hat: Die inhaltlichen Wahlversprechen der Hessen-SPD umzusetzen. Der vorläufige Höhepunkt dieses Vorgangs findet nun demnächst in Wiesbaden statt: Die Ypsi marschiert mit aufgeknöpftem Hemd und aufgemalten Fadenkreuz auf der Brust direkt in die Schußlinie etwaiger Heckenschützen. Dabei setzt diese Frau, unverdrossen vermöbelt von tendenziöser Elitenjournallie, patriachischen Männerbünden der SPD und neoliberalen Restbeständen, ihre gesamte Karriere aufs Spiel - für eine Partei die das meines Erachtens nach nicht verdient hat und ihr auch nicht danken wird. Meinen Senf dazu…


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Robert Zion holt sich Kreisverbandsvotum

Robert ZionRobert hatte zwar ambitioniert wieder angefangen zu bloggen aber findet dazu gegenwärtig schlichtweg keine Zeit mehr. Noch nicht einmal die Information dass er nun mit dem offiziellen Votum der Gelsenkirchener Grünen ins Rennen um einen aussichtsreichen Listenplatz ins Rennen geht findet sich im Multitude Blog….


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Freiheitlich Demokratisch oder Abmarsch!

Wenn es etwas gibt wo ich mir, zumindest im Wortlaut, mit rechtsextremen oder rechtspopulistischen Wirrköpfen einig bin, so ist das eine Forderung. Nämlich jene, das Menschen die notorisch nix mit den demokratischen Grundwerten unseres Landes zu tun haben wollen sich überlegen sollten die Bundesrepublik schleunigst zu verlassen.
Jedoch mache ich derlei Ansinnen mitnichten wie die Braunen Brüder bei Mitbürgern muslimisch geprägter Kulturkreise aus. Mir ist keine ernstzunehmende Initiative muslimischer Menschen in der BRD bekannt welche darauf abzielt unsere Grundrechte oder sonstige Gesetzeslage zu beschneiden. Dann und wann liest man mal so etwas von einem Einzelnen, in einem Blog oder einem Forum, aber da klebt auch gleich das Etikett „Spinner“ dran und repräsentiert keinesfalls eine Mehrheit.
Wo ich mehrheitlich derlei Ansichten hingegen finde sind eher die Reihen der deutschstämmigen Islamophoben oder sonstigen Rechtspopulisten. Ich erkläre das gerne mal kurz anhand zweier Beispiele….


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Anti-Islam-Kongreß scheitert an protestierender Bevölkerung

Es gäbe sicherlich viel zu berichten über dieses Kölner Wochenende und das wird in den kommenden Wochen sicher auch geschehen. Fakt ist dass sich Pro Köln/NRW mit seinem Anti-Islam-Kongreß in jederlei Hinsicht blamiert und geschadet hat. Die überraschend tief recherchierte und fundierte Berichterstattung der Medien trug ihr übriges hierzu bei. Pro Köln/NRW wird es nach diesem Wochenende zu welchem u.a. die rechtsextreme politische Herkunft der maßgeblichen führenden Köpfe mehrfach in Print/Funk/Fernsehen thematisiert wurde, sehr schwer haben weiterhin ihr aufgesetzt seriöses Image zu wahren.

Zum krönenden Abschluß wurde die Kundgebung der Rechten auf dem Kölner Heumarkt untersagt. Die Polizei lässt in ihrer Begründung keinen Zweifel aufkommen, auch wenn Pro NRW sicherlich bald wieder über unterdrückte Meinungsfreiheit schwadronieren wird:

“Der einzige Grund ist, dass die Sicherheit der Kölner Bürger vordergründig ist. Außerdem hat sich “Pro Köln” der Polizei gegenüber sehr unkooperativ gezeigt. Also hat die Polizei die Veranstaltung in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft und der Stadt abgesagt” so der Pressesprecher der Kölner Polizei. Bereits am Freitag hatte die Polizei Pro Köln/NRW die fehlende Kooperation vorgeworfen.

Als Zeitungsente entpuppte sich die Meldung in Köln wäre am Freitag ein Ausländer von Rechtsextremen gejagd worden. Da muss ich als Kritik anmerken dass es künftig vielleicht korrekter wäre auf diese Falschmeldung hinzuweisen anstelle sie aus bereits vorhandenen Online-Artikeln kommentarlos zu entnehmen, liebe Redaktionen.

Auch die von Rechtsextremen prophezeiten “linksterroristischen” Straßenschlachten blieben aus. Das war ein guter Tag für die Republik.

Medienberichte:

WAZ man beachte besonders den ersten Leserkommentar (made my day)

WDR mit umfangreichen Linksammlungen zu Multimediaberichten

Polizei erhebt massive Vorwürfe gegenüber Pro Köln/NRW

Dazu brauche ich nix sagen, einfach selberlesen

Anti-Islam-Kongreß wird zum PR-Desaster für Pro NRW

Der an diesem Wochenende in Köln stattfindende “Anti-Islam-Kongreß” welcher von der rechten Kleinpartei Pro NRW ausgerichtet wird, erweist sich für diese Partei bereits am Freitag als möglicher Bumerang für das sorgfältig gehütete und mit massivem juristischen Einsatz verteidigte “Seriös-Image”. So kam es bereits zum ersten ausländerfeindlichen Übergriff…


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Im Namen des Volkes…

Meldung in eigener Sache…
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Zeiten des Krieges

Nato und Bundeswehr sollten für Afghanistan ein festes Abzugsdatum ausverhandeln und im Rahmen eines Strategiewechsels einen verantwortlichen Abzugsplan formulieren.
Ein Gastkommentar in der Süddeutschen Zeitung von Astrid Rothe-Beinlich, Sven Giegold und Robert Zion

Bemerkenswert finde ich wie unser Neuling in der Partei, Sven Giegold (ursprünglich bekannt von attac, Artikel darüber alsbald), gar nicht erst lange auf dem neuem Terrain “Partei” vorsichtig herumlaviert sondern inhaltlich Stellung bezieht. Im Kontrast zur allgegenwärtigen pappigen Schwammigkeit des bundesdeutschen Politikbetriebes eine Wohltat und Sven Giegold damit wohl auch definitiv ein Gewinn für die Politik.

Veröffentlicht wurde der Text bei der Süddeutschen Zeitung

Pro Köln erstattet Strafanzeige gegen Ralph Giordano

Der Schriftsteller Ralph Giordano, aufgrund seiner zumeist undifferenzierten Kritik an Islam und Moscheebau bisher vereinnahmter Lieblingskronzeuge der “Pro-Bewegung”, wurde von eben dieser Pro-Bewegung nun mit einer Strafanzeige bedroht. Grund dafür ist Giordanos Äußerung, Pro Köln wäre “die lokale Variante des zeitgenössischen Nationalsozialismus”. Die auf ihr bürgerliches Image bedachte Rechtsaußenpartei hat dem jüdischen Schriftsteller umgehend ein Ultimatum gestellt, bei dessen Nichtfolgeleistung Strafanzeige gestellt werden soll.

Dazu kann man aus Gelsenkirchener Sicht nur sagen: Nachmacher!

Möglicherweise können wir Herrn Giordano in den nächsten Wochen ja eine Musterverteidigung nebst Recherche zuschicken.

Quelle

Grüne Bundestagsfraktion und die Afghanistanmandate….

Wie man gestern der TAZ entnehmen konnte, ist nicht jeder grüne Bundestagsabgeordnete von der Klarheit der Situation und den daraus notwendigen Konsequenzen rund um die Abstimmungen zur Verlängerung der Afghanistanmandate, so überzeugt wie ich es bin. So meint beispielsweise die Kölner Abgeordnete Kerstin Müller, der Fraktion eine Enthaltung empfehlen zu wollen. Auch Winfried Nachtweih hält ein Nein welches als Abzugsaufforderung gewertet werden könnte für nicht verantwortbar.

Das Problem der Grünen Bundestagsfraktion:

Eigentlich wollen die Grünen gar nicht über den Mist abstimmen den die Pseudoregierung Merkel vorlegt denn dieser besagt im Klartext nichts anderes als: “Wollt ihr dass wir so weitermachen wie bisher + 1000 zusätzliche Soldaten? ja/Nein/Enthaltung”. Viel lieber würden die Grünen über einen Auslandseinsatz abstimmen der sich nicht an der Eskalationsstrategie der NATO beteiligt sondern vielmehr (grob zusammengefasst) ein robustes Mandat mit Zielsetzung Richtung zivilgesellschaftlichen Aufbaus bedeutet. Es besteht ohne Frage die Gefahr, dass ein “Nein” zum Mandatsentwurf der Regierung als generelles “Nein” gegenüber dem Afghanistaneinsatz mißinterpretiert wird.

Parlamentsrealität:
Das ändert aber nichts an dem Umstand dass im Bundestag nicht über die Grünen Vorstellungen abgestimmt wird sondern über ein Konzept welches die Grünen ablehnen müssen, nicht einmal tolerieren können (sollten), nicht nur aufgrund der zweifelsohne falschen Strategie, sondern eben auch weil die Fortführung dieser Strategie bedeutet, das Fenster für das grüne Alternativkonzept mittelfristig endgültig zu schließen (sofern es nicht bereits geschlossen ist).

Kerstin Müllers Enthaltungsempfehlung basiert, strikt inhaltlich betrachtet, auf einer Kopfgeburt, nämlich der gefühlten Annahme es könne irgendwie um drei Ecken auch um die Option auf das grüne Konzept gehen. Tut es aber nicht. Nicht im geringsten. Vielmehr legt die bündnisgrüne Beschlußlage in Anbetracht der Situation in Afghanistan eine deutliche Ablehnung des von der Bundesregierung vorgelegten Mandatsentwurfs zwingend nahe.

Fragezeichen:

Wie kommt es nun dazu dass offenkundig Politprofis nicht auffällt was jedem einigermaßen klar denkendem Menschen sofort auffällt? Wie kommt es anhand der vorliegenden Lage dazu dass Abgeordnete Schlußfolgerungen ziehen die trotzdem noch zu einer Enthaltung bzgl. des Mandatsentwurfs führen? Warum reicht die grüne Bundestagsfraktion, wenn ihr die Unterstreichung der eigenen Position so wichtig ist, keinen eigenen Initiativantrag ein und lehnt den Entwurf der Regierung ab? Warum wird versucht den Grünen Standpunkt herauszustreichen mit einer Enthaltung zu einem Entwurf der völlig konträr zum grünen Standpunkt ist?

Spekulationen die irgendwie schon Gewissheiten sind:

Natürlich geht es hier nicht um Inhalte, ein fataler Umstand wenn man bedenkt dass es sich um ein klassisches Gewissensentscheidungsthema handelt. Ehrlicher geht da schon Winfried Nachtwei mit dem Thema um indem er in der TAZ äußert eine deutliche Abgrenzung zur PDL sei nötig. Ebenso klar auf der Hand liegt dass Teile der Fraktion die sogenannte “Anschlußfähigkeit” der Grünen durch eine Ablehnung des Mandatsentwurfs gefährdet sehen - hier geht es immer noch um das Offenhalten der Machtoption 2009 um jeden Preis ergo, einem Regieren um jeden Preis.

Das Problem ist einfach nur für diese Menschen das Fragen über Krieg/Frieden mit parteitaktischen Motiven zu begründen, überaus unpopulär ist. Daher wieder dieses Herumgeeiere wie wir es noch aus 2007 kennen. Damals ging es um den Antrag des Bundesvorstandes zu Göttingen als der Begriff “Modellieren mit Kartoffelbrei” aufkam. Heute stellen wir fest das der Kartoffelbreimodellierkurs bei den Grünen immer noch gut besucht wird - der Kurs “Entscheidungen zu konkreten Sachverhalten treffen leicht gemacht Teil 1-4 Referent HC Ströbele” hingegen wird im Seminarraum nur durch vorbeiwehendes Wüstengras belebt.

Schlußendlich läuft es wieder auf dasselbe hinaus wie 2007 - einige Nein-Stimmen, jede Menge Enthaltungen, vielleicht sogar Ja-Stimmen und für die Partei, passend vor den Listenaufstellungen, wieder die Erkenntnis dass es dringend nötig wird die Fraktion durch Zugänge aber vor allem Abgänge aufzufrischen.