Dagmar Metzger Teil II
Das Thema hat nach wie vor Drive, obwohl man mit etwas Netzrecherche mehr herausbekommt als die gesammelte bundesdeutsche Reporterzunft. Bei Julia hat sich jetzt eine interessante Diskussion, nebst Informanten oder wenigstens jemandem der sehr genau analysiert und spekuliert entwickelt, und ich sehe keinen Sinn darin hier jetzt noch ein zweites Faß aufzumachen. Also ab zur Zeitrafferin
Ich konnte übrigens dem SPIEGEL entnehmen warum Dagmar Metzger die LINKE so hasst. Laut ihrer Aussage hat sie der Mauerbau persönlich so traumatisiert weil damals die Oma Sowieso auf der anderen Seite wohnte. Ich bewundere Frau Metzger für ihr Gedächtnis. Ich gebe unumwunden zu, ich kann mich an nix mehr aus meinem zweiten Lebensjahr erinnern. Aber diese Trauma sei ihr ja unbestritten belassen. Das Problem ist nur: In der hessischen LINKEn sind keine Mauerbauer der SED. Und Roland Koch wird jetzt erneut Ministerpräsident. Die völlig außer Kurs geratene SPD sollte sich langsam mal fragen, ob sie ihre politische Zukunft von Leuten bestimmen lassen will die ihre Entscheidungen mit persönlichen Vorlieben oder diversen Oma-Traumatas begründen. Politische Inhalte wären ja auch mal eine nette Idee.
Ansonsten, eine Quizfrage für heute: Was ist eigentlich das eigentlich Wichtige an diesem ganzen Sachverhalt? Antworten bitte in die Kommentarfunktion, zu gewinnen sind Ehre und ein feuchter Händedruck!


13. März 2008 um 12:23
Man sollte nicht so darauf herumreiten, dass sie beim Mauerbau erst zwei Jahre alt war, denn bekanntlich war das ein Ereignis mit Folgewirkung, welches auch Menschen betroffen hat, die erst nach dem Mauerbau geboren waren.
Und ansonsten ist das doch ein interessantes “Experiment”: Was kann ein geschäftsführender Ministerpräsident (und nichts anderes wird Koch) machen, wenn sich eine parlamentarische Mehrheit gegen ihn stellt: Im Parlament gibt es vielleicht keine Mehrheit für eine (Minderheits-)Regierung, aber es gibt eine Mehrheit für die Politik, also spielen wir das doch aus und treiben Koch vor uns her.
Und das wichtige an dem Ganzen: Vielleicht die Erkenntnis, dass man sich auf ein 5-Parteiensystem einstellen muss und dementsprechend darüber nachdenken sollte, ob ein grundsätzliches und pauschales ablehnen von Zusammenarbeiten immer sinnvoll ist. Ich denke, dass dieser “Skandal” über “Wahllügen” gezeigt hat, dass ein klares “Nein” schnell zurückschlagen kann.
13. März 2008 um 13:33
Ich nehme an ich unterliege einer Trotzreaktion. Da wird die verlogenste Pressekonferenz seit Barschel abgehalten und die Medien stilisieren das zu einer Art Heldentat hoch. Mir platzt da so langsam echt der Kragen.
Allerdings beschreibt Frau Metzger explizit den Verlust ihrer Oma, keine evtl. Folgewirkungen. Doch das soll mir egal sein.
Dein Antwortvorschlag ist gut, ist im Rennen. Ich warte noch ein paar Tage ob da noch was kommt.
13. März 2008 um 14:22
Woran machst du die Verlogenheit fest?
Ich habe die Konferenz nicht gesehen, aber eleben, wie “die Mauer eine Familie trennt” wäre für mich durchaus eine Folgewirkung
Und was den Heldenstatus angeht: Ich denke den hat sie vor allem, weil sie den Gegenwind ausgehalten hat. Das da jemand ernsthaft vorgeschlagen hat, sie aus der Partei zu werfen, hat ihren Status sicher nicht verringert.
13. März 2008 um 14:45
Den Gegenwind ausgehalten hat in Hessen über Jahre hinweg primär Frau Ypsilanti. Diese zu meucheln ist in Anbetracht des eh schon labilen Standings der verhinderten Ministerpräsidentin keine große Leistung.
13. März 2008 um 18:40
Wenn schon mal ein Politiker nach der eigenen Meinung entscheidet und sich die nicht vorschreiben lässt, sollte man das nicht schelten, auch wenn es einem nicht gefällt. Viel wichtiger wäre, das zur Norm zu machen - auch in jenen Fällen, wo eine Regierung etwas durchpeitschen will und ihre Fraktionen unter Druck setzt. Bisher war das die Regel. Mehr:
http://www.blogsgesang.de/2008/03/13/hoffen-wir-auf-den-metzger-effekt/
14. März 2008 um 14:53
Dem stimme ich sogar zu. Ich bezweifle nur dass Frau Metzger eigenständig entschieden hat. Dazu hätte sie sich wohl mehr im Vorfeld eingebracht und wäre nicht am Tag der entsprechenden Sitzung im Skiurlaub gewesen.