Initiative-Links - Unabhängiges Linksbündnis Gelsenkirchen

Initiative-Links.de
mitgliederblogs // dennis.initiative-links.com

Monatsarchiv für März 2007

 
 

Die LINKE, Baranowski, die WAZ und Elfen im Schottenrock

Jeder regelmäßige Leser meiner gebloggten Ergüsse dürfte wissen, dass der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Baranowski bei mir durchaus so etwas wie Artenschutz genießt. Das hat natürlich primär mit meiner Mama und der legendären “Omma Bartel” zu tun. Die Tatsache das ich für übermäßige Kritik an dem charismatischen OB familienintern die Ohren langgezogen bekomme, sorgt dafür dass ich mich lieber auf seine Restpartei konzentriere. Mit Härtelchen, Possibär und den bundesweit präsenten Parteivertretern Peer Steinloch, Münteschrecke und Kuschelbeck stehen ja auch noch genügend Alternativziele bereit.
Allerdings, keine Regel ohne Ausnahme. Denn jetzt hat mich Franky-Boy schon zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres geärgert. Die LINKE wolle keine konstruktive Politik sondern sei gegen alles. So stand es aus dem Munde des Oberbürgermeisters in der WAZ vom 27ten März zu lesen, sehr zur Freude des WAZ-Kommentators “CHO” welchem es in diesem Zusammenhang nicht zu peinlich war, zu verstehen zu geben, er würde Münte&Co tatsächlich für regierungsfähiger halten als Gysi und das Oskar.
Nun, ein WAZ-Kommentar regt mich schon lange nicht mehr auf, die Aussage des OBs piekst mich allerdings schon.
Deswegen, mein lieber gelangweilter Verwaltungsmitarbeiter der Du gerade mal wieder mein Blog liest, richte deinem Chef bitte doch mal einen schönen Gruß von mir aus. Und außerdem die Information das die LINKE durchaus für eine konstruktive Politik steht. Wie zum Beispiel die Forderung der Linkspartei.PDS für eine solidarische Bürgerversicherung oder die ganztätige Einheitsschule. Diese Forderungen dürften ihm bekannt sein, denn seine SPD vertritt sie bis heute ebenfalls. Zumindest behauptet sie das auf dem Papier.
Denn widmet man sich diesen Forderungen einmal näher muß man zu großem Erstaunen feststellen das genau diese zwei Punkte nicht nur Linkspartei und SPD vertreten sondern ebenfalls die GRÜNEN. Was bedeutet das? RÖSCHTÖÖÖG!
Es gäbe im Bundestag klare Mehrheiten für diese Projekte, sowohl in einer RotRotGrünen Koalition als auch in einer Linkspartei tolerierten Rot-Grünen Minderheitsregierung. Wobei man sich nun fragen darf warum die Bevölkerung stattdessen die desaströse Gesundheitsreform nebst Blödsinnsfonts und die permanente Bildungsabwärtsspirale ertragen muß. Die Antwort liegt auf der Hand:
Weil es der SPD lieber war eine Mehrwertsteuererhöhung mit der CDU zu machen, desweiteren Tornadoeinsätze in Afghanistan und die Rentenkürzung zu beschließen. Statt ihre Wahlversprechen einzulösen. So einfach ist das mein lieber OB. Die destruktive Politikverhinderungspartei ist zu meinem großen Bedauern ihre SPD. Also einfach mal den Ball flachhalten.

Ansonsten möchte ich noch eine Suchanzeige aufgeben: Also gestern beglückte ich mal wieder die gesamte Grillokreuzung mit fröhlicher Musik von Motörhead und den Toten Hosen während ich Tapeten abspachtelte. Dabei lief eine überaus attraktive junge Dame an meinem Fenster vorbei und sandte mir ein Lächeln hoch, dass ich danach gleich erstmal zwei Stunden lang “Children on Stun” hören musste. Würde jemand mal diesem dahingehauchten Traum mit schwarzer Mütze, dieser Elfe im Schottenrock ausrichten, dass ich mich seitdem überwiegend an meinen Fenstern aufhalte? Also wenn Du das liest wäre es sehr nett diese Lächelaktion zu wiederholen. Bei Bedarf stelle ich dir auch gerne mein Sofa auf den Bürgersteig. Danke.

Und Joachim Poß?

(Hintergrundkommentar zu “Unternehmenssteuerreform” auf www.initiative-links.com)
Der sprichwörtliche Jochen der Gelsenkirchener SPD spielt auch bei diesem Possenspiel seines Finanzministers wieder die übliche Rolle. Der ehemalige Finanzexperte und heutige stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion stellt sich wieder einmal mit seiner ganzen Autorität und Inbrunst vor eine Unternehmensbescherungsaktion seiner Partei.
Herr Poß brilliert auch zu diesem Thema wieder mit seiner rührigen Basta-Strategie. Die Reform ist eine sozialdemokratische Reform. Basta! Sie wird für vermehrtes Steueraufkommen sorgen. Basta! Und Arbeitsplätze, selbstverständlich, Arbeitsplätze und Investitionen werden sich wildwuchernd über die Republik verbreiten. Basta! Das die Argumentationsdecke so hauchdünn ist, dass sogar ein finanzpolitischer Dilettant aus der Linkspartei sie durchschauen kann spielt dabei kaum eine Rolle. Argumente sind für den Jochen aber auch nicht relevant. Es geht um die Inbrunst. Das Abbügeln jedweden Widerstands. Ich fühle mich im Moment an den imperativen Brief des Herrn Poß bezüglich der kleinen Andrea Nahles Palastrevolte erinnert. Schon damals erklärte Herr Poß seinen Genossen zuhause, wie sie den Sachverhalt zu sehen hätten. Oder an meine Begegnungen mit diesem MdB während des Bundestagswahlkampfes. Absolut überrascht war ich sowohl über jedwede fehlende Sachlichkeit als auch über die vehemente Poltrigkeit des Jochen Bonaparte.
Wie dem auch sei. In der Lemmingpartei SPD Gelsenkirchen wird es wohl auch diesmal ausreichen. Und möglicherweise kann er auch gar nicht anders. Erst kürzlich hörte ich einen Schwank aus der jüngeren Vergangenheit. Dabei ging es um den Parteiaustritt eines nicht unwichtigen SPDlers in GE und Grund war auch damals schon die Nettoentlastung für Kapitalgesellschaften. Angeblich soll es der Genosse Poß in diesem Fall tatsächlich mit Argumenten versucht haben. Der betreffende SPDler trat umso entschlossener aus.

Die geheimen Informationen der Initiative-Links…

Über eben diese geheimen Informationen wurde ja bisher schon oft spekuliert. Angeblich wollen wir ja die Welt übernehmen. Das ist natürlich völlig richtig. Angeblich sind wir auch linksradikale Spinner. Natürlich ist auch das richtig. Augenscheinlich unbekannt ist allerdings wie weit unsere Kontakte schon gehen… Hier eine Abschrift der ultrageheimen Telefonkonferenz anlässlich Robert Zions Geburtstages:

Mohnhaupt: “Morgen bin ich frei!”
Wagenknecht: “Ich nicht mehr.”
Zion: “Und ich 41″
Gysi: “41 Jahre frei?”
Lafontaine: “Und ich werde der Oberchef!”
Wagenknecht: “Ich habe keine Lust mehr!”
Gysi: “Hauen wir morgen doch einfach ab!”
Lafontaine: “Und von wem bin ich dann noch der Oberchef?”
Mohnhaupt: “Ich besorge den Fluchtwagen!”
Zion: “Aber bitte mit Hybridmotor!”
Wagenknecht: “Einen Wartburg!”
Gysi: “Und dann ab nach Kuba!”
Zion: “Ja, mit dem Hybrid-Wartburg nach Kuba!”
Lafontaine: “Aber, da gibt’s doch schon einen anderen Oberchef!”
Wagenknecht: “Du Patriarch!”
Mohnhaupt: “Patriarch!”
Alle singen: “We’re on the hiiiiighway to hell, ta, ta, ta!”
Lafontaine: “ich hab’keine Lust mehr.”

Tatsache Leute…

Warum ich nie Schriftsteller geworden bin…

…erkennt ihr an dieser Leseprobe. Viel Spaß damit.

Nachdem die Matratze in den Wohnungsflur gewandert war, machte die blankgeschabte Spachtelkante zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Tapetenteil an welchem zuvor noch jene Matratze gelegen hatte.
Ich dachte das dieser Abschnitt marmoriert glänzender alter Rauhfasertapete eine besondere Festigkeit aufweisen müsste. Immerhin hatte ich zahllose Male meine Füße dagegen gestemmt. Das Geheimnis hinter der gelegentlichen Metamorphose vom genormten Getrieberädchen zur dämonischen Kraftexplosion. Aber nicht nur ich.
Zehen, Füße, Knie. Beine, angewinkelt oder ausgestreckt. Hände. Jahrelang. Hundertmal. Tausendmal. Irgendjemand hat mal in einer Pause „Hilfe“ drauf geschrieben. Der Hilfeteil segelt als erster. Die Rauhfaser fällt wie die Haarpracht eines Krebskranken auf Chemotherapie. Das ganze verdammte Ding leistet nicht den geringsten Widerstand. Selbst der feuchte Teil an den Fenstern war schwieriger abzulösen.
Zug um Zug fällt in irrwitzig langen Streifen dieser Judas von einem Tapetenabschnitt, dieser Verräter an allem oder vielem, wovon ich viel gehalten habe, woran ich mich gern erinnert habe.
Als der Spachtel zu Boden klirrt habe ich den imaginären trockenen Geschmack von gutem Roten auf der Zunge, das malzige Pfeffer einer ganzen Flasche Scotch, garniert mit ein paar Tropfen salzigen Zeugs.
Ich bekomme Lust auf die Straße zu gehen um eine Prügelei zu verlieren, mir die Zähne ausschlagen zu lassen, die Lippe blutig, mir in den Magen, auf die Finger treten zu lassen.
Aber Du bist nicht dein Gestern, es passiert eben nicht was war und versuch nicht dich zu verarschen.
Ich beschließe irgendwann in ein altes Kino zu ziehen und überlege wo man sich im Foyer, auf den alten Ledersofas, umgeben vom Geruch längst verkauften und verputzten Popcorns, mit den Füßen abstützen könnte.

If I was in World War Two…

…they`d call me Spitfire!

 Definitiv die Musik des Moments… zumindest was die Linkspartei Gelsenkirchen angeht.

Also liebe Leser, brav in den Laden gehen und “The Prodigy - Always outnumbered never outgunned” kaufen!

1 Mai 2007 – Wo wirst DU sein?

In Gelsenkirchen ist es althergebrachte Tradition zum 1 Mai an der Maikundgebung teilzunehmen, je nach politischer Gesinnung als Klatschomat oder als Trillerpfeife.
Dementsprechend steht es theoretisch außer Frage wo sich die politischen Gruppen der Stadt an diesem Tag einfinden werden. Wohlgemerkt, theoretisch.

Denn dieses Mal marschieren die Neofaschisten in Dortmund zum 1 Mai auf. Und obwohl Linkspartei.PDS und WASG Gelsenkirchen sich uneins sind welcher Veranstaltung man Priorität geben sollte und dementsprechend keine direkte Empfehlung aussprechen, ist der Fall für Paul, Dennis und einige junge und junggebliebene GenossInnen klar.
1000 bis 2000 Nazis werden in Dortmund erwartet.
Ihnen ein breites „Nein!“ entgegenzurufen ist eine konkrete Handlungsnotwendigkeit.
Wir geben nicht der Gelegenheit die SPD auszutrillern Priorität und auch nicht unserer Verpflichtung zur Repräsentation unserer Partei.
Wir fahren nach Dortmund!

Ohne die breite NRW-weite Solidarität wären wir am 10 Juni 2006 aufgeschmissen gewesen. Es kam WASG aus Gladbeck, Grüne aus Dortmund, Linkspartei aus Essen, AntiFas von überall her, nicht zu vergessen die Knuddelpunkertruppe aus Herne und unsere Genossen von den Jusos und Freunde von den Grünen marschierten Seite an Seite mit uns am HBF, trotz teilweiser interner Querelen.
Lasst uns am 1 Mai 2007 zeigen, dass wir GelsenkirchenerInnen nicht undankbar sind. Lasst uns wieder zusammen stehen!

Und deshalb stelle ich DIR lieber Leser hier ganz offen die Frage: Wo wirst DU sein?
Wo wirst DU sein Juso? Fahnenschwenkend für den SPD-Unterbezirk in GE? Oder mit der schwarz-roten Truppe in Dortmund?
Wo wirst DU sein grüner Igel? Mitlaufen durch die Gelsenkirchener Innenstadt? Oder mit uns zusammen stehen gegen die braune Pest?
Wo wirst DU sein lieber Leser? Ausruhen vom Maitanzen? Oder die Dortmunder BürgerInnen unterstützend?

Für uns ist die Sache klar. Wir lassen die DortmunderInnen nicht hängen.
Und von euch meine Lieben, erwarten wir die ersten Planungsgespräche.
P.S.: Lasst die alten Herren mal unter sich und kommt mit!

Meckelburg auf der Flucht

Scheinbar etwas unterbeschäftigt wirkt momentan unser allerseits verehrter MdB No2 der Stadt Wolfgang Meckelburg (CDU)

Wolfgang Meckelburg

Offensichtlich von bundespolitischer Arbeit nicht wirklich ausgelastet, macht der Hobbykoch und Maler momentan mit Kommentaren zur Kommunalpolitik von sich reden. Inwiefern er seiner Partei damit allerdings einen Dienst erweist bleibt fraglich.

Denn immerhin besitzt die CDU vor Ort eine nicht zu verachtend große Fraktion im Stadtrat. Wenn also der CDU-MdB die Arbeit der Fraktion mit seinen Kommentaren würzt… muss man sich schon fragen ob die kommunalen Konservativen mittlerweile das eigenständige verfassen von Pressemitteilungen verlernt haben.

Von besonderer Amüsanz ist es dann natürlich wenn sich die Aussagen eines Herrn Meckelburg mit dem politischen Handeln der Fraktion widersprechend überschneiden. Denn so fiel dem MdB zum Nein der Gelsenkirchener CDU bzgl. des kommunalen Haushalts nichts Besseres ein, als dieses mit den Minderwertigkeitskomplexen der CDU GE zu begründen. Man sei nicht der Mehrheitenbeschaffer der SPD.

Einen verbalen Seitenhieb auf die Grünen (welche erwähnte Rolle des Mehrheitsbeschaffers zur zeit erfolgreich ablegen) konnte sich Herr Meckelburg, hier nochmal sein Bild weil es so schön ist

                                                     Wolfgang Meckelburg

…dann auch nicht verkneifen. Die Grünen würden sich mit ihrem Nein zur Erhöhung von Kindergartenbeiträgen bei der ersten auftretenden Schwierigkeit aus der Verantwortung stehlen. Eine ebenfalls amüsante Äußerung denn dieses sachpolitisch völlig richtige Nein wurde jüngst vom CDU-Kommunalpolitiker Heinberg der Fraktion ebenfalls empfohlen.

Womit sich die Frage stellt warum Herr Meckelburg sich momentan auf diesen Gebieten zu denen ihm außerdem jede tagesaktuelle politische Sachkenntnis fehlen müsste, äußert.

Nach intensiven Überlegungen komme ich zu dem Schluß: Wolfgang Meckelburg hat keine Lust mehr auf Große Koalition in Berlin. Wer könnte es ihm verdenken? Hat ja so ziemlich niemand mehr im Land. Aber ob es nun seiner Fraktion im Stadtrat so gut tut wenn sich der Berliner Platzhirsch einmischt darf ebenfalls bezweifelt werden.

Mein Tip an die CDU GE… schenkt dem Wolfgang mal ein paar Leinwände an denen er sich austoben kann. Ansonsten steht meine hochgeschätzte Katja in Berlin

Katja Kipping ebenfalls zur Verfügung um ihm zu erklären, warum die Politik der CDU großer Kappes ist.

 

Nein, ich bin nicht tendenziell. Demnächst geht es hier mal wieder um die dilettantische PR der SPD GE, dieses Mal in trauriger Gestalt des Doktor Haertel.