Selbstfrieden und so Sachen…
Heute mal wieder was persönliches. Thema ist der berühmte innere Frieden, also wen es nicht interessiert, schnell weiterklicken. Es geht übrigens nur um mich, nicht wie zuletzt gefragt, durch die Blume um andere Menschen.
Grundsätzlich ist der Frieden mit sich selbst etwas dessen Fehlen man spürt wenn man mit sich im Unfrieden ist. Wenn man den Eindruck hat etwas sein zu müssen was man nicht ist, kommt man automatisch in einen permanenten inneren Konflikt. Das Leben ist geprägt von Selbstzweifeln, Unruhe und einer gewaltigen Angst davor, mit sich selbst alleine zu sein.
Leider wird einem so ein Zustand nicht leicht bewusst. Er versteckt sich sehr oft hinter Masken die sich hinter Masken verstecken, welche sich wiederum hinter Masken verstecken… ihr wisst schon was ich meine.
Ich habe bis zuletzt das große Glück gehabt in der komfortablen Lage zu sein, beinahe 8-9 Jahre nicht alleine sein zu müssen. Und als es sich zuletzt abzeichnete dass diese Phase nun vorbeigeht habe ich um den Fortbestand dieses Zustandes gekämpft wie eine in die Ecke getriebene Ratte. Habe Fehler hinter Fehler gefunden. Und dahinter noch mehr Fehler. Und dachte es käme darauf an diese „Fehler“ zu reparieren.
Heute, nach intensiver Arbeit mit mir, meinem Diktiergerät und alten Tapeten, ist mir allerdings klar, dass auch diese Dinge, die mir vor einer Woche noch als unglaublich wichtig erschienen, eben das nicht sind. Wichtig.
Es geht nicht darum ständig danach zu streben von A nach B zu kommen. Es geht nicht darum ein Idealbild von sich zu haben. Sich momentan als unvollständig zu fühlen. Das ist alles purer Käse.
Vielleicht lacht ihr mich aus, aber für mich ist folgende Aussage ein dicker Fortschritt: Ich bin Ich und wie ich bin ist schon ganz okay. Was mich an mir stört kommt eher daher, dass ich dauernd denke jemand anderes sein zu müssen. Deshalb konnte ich mich, mit mir alleine gelassen, auch nie so wirklich ausstehen. Ich habe mir immer nur dann selbst genügt, wenn es jemand gab der mir permanent das Gefühl vermittelte… „richtig“ zu sein.
Das ist auch ein wunderschönes Gefühl auf welches ich in Zukunft nicht verzichten wollen würde. Es kann aber nicht der Maßstab für meine Beziehung zu mir selbst sein.
Ich werde zukünftig nicht mehr versuchen… irgendwohin zu kommen. Es gibt in mir keine Sachen die ich bejubeln muss. Ab und zu ganz nett, aber ich muss nichts bejubeln was mir vertraut ist, weil ich es bin. Es gibt auch keine Sachen die ich krampfhaft reparieren muss. Die meisten dieser Dinge resultieren genau aus diesen krampfhaften Reparaturversuchen.
Es gibt genau eine Sache die ich noch in Bezug auf mich selbst tun muss: antrainierte Reflexe beenden. Ansonsten kann ich, was den Menschen Dennis angeht, ruhig auf meinem Arsch sitzen bleiben. Der ist schon ganz okay so und da er immer um mich herum ist, sollte ich ihn eigentlich gut leiden können. Auch ohne Fanclub.
Haltet das bitte nicht für eine selbstverständliche Sache die mir leicht von der Hand geht. Ich stelle mich Gewohnheiten und Reflexen die ich mir beinahe 10-15 Jahre lang antrainiert habe. Ich werde mich einiger „Tricks“ bedienen müssen. Aber hey, wenn die sich bewähren kann ich danach ja auch mal gucken ob ich so mit dem Rauchen aufhören kann. Wenn ich dann noch will
Dies heißt nicht das ich mir nichts mehr wünschen würde. Es gibt nach wie vor Dinge für die ich eine Menge tun würde. Es würde mich freuen wenn diese Dinge mit einem mir vertrautem Gesicht zu tun hätten. Ich hätte aber im Prinzip auch kein Problem damit wenn diese Dinge mit einem mir heute fremden Gesicht zu tun hätten. Wer weiß das heute schon?
Eines bleibt jedenfalls klar: Ich habe auch kein Problem damit wenn all diese netten kleinen Wünsche sich niemals erfüllen. Denn ich bin ich und nicht die Summe meiner Wünsche. Und es ist völlig absurd sich nur dort erfüllt zu fühlen, wo man sich in etwas anderem auflösen muss.

