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Monatsarchiv für November 2006

 
 

Gemeindefinanzreform - Jeder will, keiner kann?

Vor kurzem glänzte mein lokaler OB mal wieder mit der Forderung nach einer Gemeindefinanzreform “die diesen Namen auch verdient”. Mein OB ist immer noch der hier:

Franky-Boy

Diese Forderung ist berechtigt, aber beileibe nicht neu. Großen Anteil an den drastischen Verschuldungen vieler Kommunen, haben “Umverteilungsreformen” der Vergangenheit zugunsten von Bund und Ländern und zu Lasten der Kommunen. Das führt heute dazu dass eine Stadt wie Gelsenkirchen nicht mehr bedarfsgerecht finanzieren kann. Sehr zupass kommt den Verfechtern dieses kommunalen Kahlschlags die Aufteilung städtischer Ausgaben in sogenannte “Pflicht” und “freiwillige” Leistungen. Pflichtleistungen müssen gezahlt werden, Freiwillige dürfen eingespart werden bis Blut fließt.

Das Problem: Leider liegen viele notwendige Maßnahmen welche nötig wären um die Sozialökologie einer Stadt wie Gelsenkirchen zu erhalten, im Bereich der freiwilligen Leistungen. Anhand dieses Umstandes kann man erkennen, dass in diesem Fall die alte Regel “Nur ausgeben was man hat” nicht zutreffend ist. Es gibt eine Notwendigkeit zu einer Grundversorgung, welche durch die sozialen Umstände einer Stadt definiert wird.

Das interessiert die heutige, wie auch die Vorgängerregierung aber leider nicht die Bohne. Viel hübscher ist es doch sich im Glanze “konsolidierter Haushalte” sonnen zu dürfen, während die Kommunen sehen dürfen wo sie bleiben. Erst recht wenn es nur so “Schmuddelkommunen” wie im Ruhrgebiet oder in Ostdeutschland sind.

Ein aktuelles Beispiel für derartige Bereicherungen sind die derzeitigen Umtriebe des Düsselvampirs Rüttgers. Ob VHS oder ob Schulbücher - die Landesregierung presst die verarmten Kommunen zwecks eigenen Erfolgs immer weiter aus. Das würde sie aber garantiert nicht machen, wenn beispielsweise Düsseldorf ebenso von den Folgen bedroht würde wie Gelsenkirchen.

Zurück zum Thema. Herr Baranowskis Forderung würde ich sofort unterschreiben. In Anbetracht der politischen Gegebenheiten sind solche Forderungen aber ohne darauffolgendes Handeln nur Sonntagsreden. Denn die Notwendigkeit einer Gemeindefinanzreform ist wirklich nicht neu. In Gelsenkirchen gibt es dazu einen breiten überparteilichen Konsenz.

CDU (zumindest die mit denen man sich so konspirativ trifft) sagt: Ja wir brauchen diese Gemeindefinanzreform. Aber wir haben von hier aus keine Handhabe und der Kampfgeist der kommunalen Union war vor dem Wechsel in Düsseldorf auch schon mal größer.

SPD = Gemeindefinanzreform; Grüne = Gemeindefinanzreform (neben tricky Vorschlägen den Pflichtleistungskatalog neu zu ordnen); Linkspartei.PDS = sowas von Gemeindefinanzreform…

Doch was kommt rum? Ein neues Verwaltungsmodell (NKF) mit dem man den Mangel besser verwalten kann. NA TOLL!

Natürlich ist mir bewusst das Kommunalpolitker kaum Spielraum haben um solche Forderungen auch durchzusetzen. Ist mir schon klar.  Aber dann muss man eben die Regeln brechen. Wenn man sich seinen Wählern und Bürgern gegenüber verantwortlich fühlt, dann muss man bei unfairem Regelwerk eben die Regeln brechen. Dann muss man Absprachen treffen, über Parteigrenzen hinweg. Dann müssen die Kommunen medienwirksam Druck auf die höheren Regierungsebenen ausüben.

Ruhrgebietsstadträte im Streik! Das wär doch mal was für die BILD. Streikführer Baranowski… was für die WAZ. Das würde nicht einfach verpuffen, glauben Sie mir.

Bis dahin mein lieber OB, verzeihen Sie mir, bringt das was Sie da äußern wenig bis gar nichts. Ich werde nicht nach Münster gehen um dort vor der Bezirksregierung zu demonstrieren. Nur wenn Sie mitkommen…. und Matze… und Tertocha… und Wolfgang Meyer…und die CDU…

Sonst siehts bald so aus:

Gelsenkirchen 2050 ohne Gemeindefinanzreform

So hat sich die Verwaltung den Rückbau wohl nicht vorgestellt…

Mein lieber OB, Steinbrück war doch vor kurzem da, er saß mit ihnen, Rehberg und meiner Oma (die sich uneingeladen in die Veranstaltung gepoltert hatte) an einem Tisch. Sagen Sie ihm doch das nächste Mal, dass sie seinem Ansinnen die Neuverschuldung mit den Steuermehreinnahmen des Bundes zu drücken, voll und ganz unterstützen. Mit den Ruhrpottkommunen soll er gleich mal anfangen, der feine Herr!

Partizipative Demokratie

Zuweilen scheint sich ja wohl der Eine oder Andere zu fragen, wo ich denn genau politisch stehe. Dies kommt natürlich meistens dann vor, wenn ich demjenigen in einem Sachpunkt widerspreche.

So bin ich dem Einen zu “reformistisch” und schon verdammt nahe dran an einem neoliberalen Sozialdemokrat. Und für die Gegenseite gleich wieder ein linker Spinner. Nun denn, damit kann ich leben. Um aber mal Einblick zu geben, wohin für mich die Reise dieses Landes gehen soll, hier mal ein Beispiel für ein Politikkonzept welches ich sofort und ohne Abstriche unterschreiben würde:

Partizipative Demokratie [Bearbeiten]

Ségolène Royal erhebt in ihrer aktuellen Präsidentschaftskampagne unter Einbeziehung neuer Kommunikationsformen des Internet, Webblogs und Foren, das Prinzip der partizipativen Demokratie (« la démocratie participative ») zum Leitbild ihrer politischen Programmatik.”

Der Beitrag ist natürlich aus wikipedia, dort kann man ihn zuende durchlesen. Aber genau da muss die Reise hingehen. Mehr Kommunikation mit der Bevölkerung. Standleitung zum Kleinen Mann. Einbezug von Lebensrealitäten.

Für so was stehe ich zum Beispiel.

Dieser Französin drücke ich jedenfalls ganz feste die Daumen.

P.S.: Die wiki-links funktionieren hier natürlich nicht… da muss man schon bei wikipedia reinschauen.

Geburtstag und so…

24.11.2006

Ich schreite winkend und lächelnd durch Gelsenkirchens Straßen während mir meine Freundin hinterherlaufend den Rücken massiert. Die Bevölkerung steht jubelnd Spalier und wirft begeistert Blumen, Lakritze und gelegentlich auch Unterwäsche. Hinter mir laufen meine geschätzten Mitarbeiter Paul M. Erzkamp, Julia Bonk und Helge Schneider, sammeln die Gaben auf und nehmen auf mehreren Handys einkommende Anrufe entgegen. Helge schnarrt auf unvergleichliche Weise gerade “ein Herr Gysi lässt gratulieren und sagt etwas von einem Posten auf Lebenszeit…”. Ich erwidere dass ich mir das noch überlegen werde, als Julia irritiert einen anderen Anruf entgegennimmt. Die Irritation weicht nicht aus ihrem Gesicht als….

…die Realität mich mit der Zärtlichkeit eines Vorschlaghammers trifft. Schlaftrunken grabsche ich nach meinem Telefon und stelle zugleich fest dass es ca. 6 Uhr morgens ist.

Mit einer Geräuscheruption die jede Freisprechanlage obsolet macht, gibt mir die Person am anderen Ende der Verbindung zu verstehen, dass sie mir gratuliert usw. usf..

Es ist - meine Omma! Die Bezeichnung “Omma” ist in diesem Zusammenhang völlig präzise, denn die Situation ist eine klassische “Boah ey, Omma!” Situation.

Danke liebe Omma, aber es ist sechs Uhr morgens…. ach, das hatte sie gar nicht bemerkt…wie - nicht bemerkt??? Nein, ich muss erst am Vormittag arbeiten… ach dass wusste sie doch nicht…. dass ist aber seit anderthalb Jahren schon so… man erreicht mich ja nie…. ja, kein Wunder bei den Uhrzeiten die du so probierst

Eine Einladung zum Essen. Na das ist doch schön. Aber anschließend noch eine detaillierte Beschreibung des angedachten Lokals, Neuigkeiten von der Seniorenrunde, Abstecher zur Begegnung mit Herrn Steinbrück…

Neben mir beginnt ihre königliche Hoheit, Zarin Romanov, ungehalten zu murmeln. Kein Wunder… Omma ist wieder so laut, dass man sich fragt warum es eigentlich Telefone gibt. Die Entfernung Buer-Altstadt könnte sie auch so überbrücken.

Eine tolle Idee von Omma. Man könnte ja die kleine Schwester hinzuziehen. Ich empfehle ihr, diese sofort anzurufen um das abzuklären. Blut ist dicker als Wasser und geteiltes Leid nur halbes Leid.

Zarin Romanov stellt fest dass ihr Wecker sowieso gleich bimmeln würde. Na toll. Den Versuch wieder einzuschlafen würge ich ab nachdem ich feststellen muss, dass mein Nachbar eine Vorliebe für morgendlich-laute ceylonesische Schlager hat. Das war mir zuvor im Tiefschlaf noch nie aufgefallen.

Omma&Steinbrück am morgen. Ich völlig groggy. Meine Verwandtschaftstoleranz nähert sich schon vor Beginn jeglicher Festivitäten dem roten Bereich…

Übermüdet Geburtstage zu begehen hat aber auch Vorteile. Man ist so schön tiefsinnig während man in der Badewanne fast einpennt. Mit mittlerweile 28 Jahren ist man ein wenig weg von der kindlichen Geburtstagsfreude, sondern sich etwas mehr der eigenen Sterblichkeit bewusst - zumindest wenn man zuvor von Omma aus dem Bett geklingelt wurde.

Errettet wird man von der liebevollen Partnerin, die hinter dem Sofa ein Vorabgeschenk bestehend aus einem ganzen Sack Süßigkeiten, Haargummis und einer selbstgebastelten Pinguinfamilie hervorzaubert. Ich liebe Pinguine.

Nun gut, von meinen Geburtstage hat jeder was. Die Einen freuen sich aufrichtig und verwöhnen mich an meinem Ehrentag… die Anderen stellen erleichtert fest, dass es nun nur X-28 Jahre statt X-27 Jahre dauert, bis sie mich los sind.

Ein Superlebensjahr neigt sich dem Ende zu. Ich hätte gar nichts dagegen wenn es (privat) so bliebe wie im vergangenen.

Mist. Ich werde langsam 30… furchtbar!

Liebe Grüße an euch da draußen!

P.S.: Thorsten, natürlich komme ich nicht Bochum gucken. Die versemmeln wir sowieso. Aber Du kannst gerne vorbeischauen. Ich mach zwar nix, aber der einzige Besucher wirst du mit Bine wohl nicht sein.

Energiespargott Dennis

Alle reden von CO2. Auf dem Klimagipfel. Und im WAZ-Forum. Der erste bleibt ergebnislos. Im zweiten findet man nur so gutmenschliche Absichtserklärungen wie “ich fahr jetzt nicht mehr so oft mit dem Auto zum Bäcker…”.

Den Vogel abgeschossen, in aller Bescheidenheit, habe aber, wie könnte es anders sein, natürlich ICH! Meine Stromabrechnung ist da, nach einem Jahr intensiven, bewussten Energiesparens. Und man lese und staune:

Von 2005 (in 316 Tagen 2054 kWh) habe ich den Verbrauch in 2006 auf 873 kWh in 365 Tagen gesenkt! Ich habe knapp 1200 kWh eingespart! Noch Fragen?

So wird das gemacht! Die ELE hat schon zaghaft angefragt ob sie das Restguthaben mit meinen künftigen Abschlägen verrechnen dürfe. Na sonst noch was? Wenn ich jetzt zwei Jahre lang keinen Strom bezahlen muss, vergesse ich doch glatt wie das geht! Und im Ernst: Ein Jahr habe ich auf diesen Tag des Triumphes gewartet! Haha! Her mit der Kohle!

Dieses Jahr gibt es zumindest für einige meiner Lieben endlich wieder Geschenke vom Dennis….

 

Rüttgers, Poß, Wolle und ich…

Ich bitte um Entschuldigung. Dieses Mal gibt es nicht so viele Bildchen. Eine Düsselvampirzeichnung ist noch im Auftragsstatus. Und dem Joachim Poß von der SPD traue ich glatt zu das der mich für die Verwendung von Bildern seiner Person in Grund und Boden klagt… eine lästige rote Schmeißfliege weniger… nee, nee, so blöd bin ich auch wieder nicht.

Man stelle sich vor - da hüpft der Düsselvampir Rüttgers seit drei Wochen mit seiner “Neuen Sicherheit” durch die Gegend und der SPD fiel bisher nix anderes als ein lahmes “..ja, aber das macht der nur aus Taktik” dazu ein.

Ich also, schnappe mir den Wolle von den Grünlingen (von dem darf ich aber ein Bild zeigen - das ist dieser nette Mann:)

...der netteste Wolle aller Zeiten

Da sag ich also zum Wolle, “Wolfgang, dat is Mist. Der Rüttgers macht da einen auf sozial und wir verpassen die Gelegenheit der Bevölkerung gerade anhand dieses Beispiels vor Augen zu führen, was das für ein eiseskalter Vampir ist. Als Oppositionsparteien müssten wir das eigentlich ans Licht zerren!”  “Ja”, sagte Wolfgang und nickte dabei auf typisch wolfgangige Weise einfühlsam, gewichtig.

Und dann sind wir erst einmal wieder pennen gegangen. Nein, jetzt nicht das was ihr denkt. Also, noch kann ich mir eine eigene Wohnung leisten. Nee, ich meine wir haben das dann irgendwie vergessen.

Zwei Wochen später denke ich mir “Jetzt langt es aber, du fauler Bartel”, setze mich an die Kiste und haue meine Texte in die Tasten. Und was muss ich dann am nächsten Morgen sehen? Der Poß hat bereits eine Pressemitteilung rausgehauen. Meine Argumente, meine Kernaussage, nur etwas mehr blabla was die Zeitung eh wegkürzt.

Grrrr.  Einerseits freut es mich ja festzustellen dass Mister “Ich-bin-seit-25-Jahren-MdB” genauso verpennt hat wie ich. Es freut mich auch wenn ein derartiger Herr meine Schlußfolgerungen bestätigt. Aber ein leichtes Frösteln bezüglich der gegenwärtigen, inhaltlichen Allianz überkam mich dann doch.

Dementsprechend war ich dann schon fast erleichtert in meinem hassgeliebtem SPIEGEL folgende Information zu finden: Müntefering lehnt die Rüttgerspläne ab. Nicht weil sie ihm zu unsozial wären, nein, derartige Gefühle hat der sauerländische Sozialtechnokrat schon lange abgelegt. Nein, er will einfach nicht das an seinem (und Schrödis) Lebenswerk Agenda 2010 rumgedoktert wird. Und erst recht nicht von Rüttgers.

Joachim Poß, als Müntevasall bekannt, schießt also einfach nur Nebelkerzen in die Presse, frisch verfasst von Big Münte persönlich.

Also, alles beim Alten. Linkspartei (und möglicherweise Grüne) weiter Opposition mit sozialer Kompetenz, SPD weiterhin Trojanerpferdsattelnde Regierungspartei. Hatte mich schon erschrocken.

Na gut, weiter im Text. Bügeln wir mal den Düsselvampir. Dem Poß glaubt doch eh niemand mehr…

Der Vampir von Düsseldorf… Rüttgers enttarnt!

So, das ist live, das ist mein Blog.. ich habe Jürgen Rüttgers durchschaut! Kürzungen bei KiTas, verringertes ALGII für jüngere Arbeitslose - da steckt System hinter.

Erst einmal wird sozial schwächeren Kindern der Besuch einer KiTa durch Gebührenerhöhung unmöglich gemacht. Und wenn sie bis dahin noch nicht verloren gegangen sind, geht es erst einmal in die unterfinanzierte Hauptschule, Kernteil des elitären dreigliedrigen Schüleraussortiersystems.

Von da an den vorgezeichneten Weg eines Gelsenkirchener Hauptschülers - Armee oder Hartz IV. Dieses wird aber noch gekürzt, damit ältere Arbeitslose länger ihr Auto behalten dürfen. “Neue Sicherheit” wird das von der CDU NRW genannt. Begründet wird dies mit den statistisch höheren Chancen eines jungen Menschen einen Arbeitsplatz zu finden. In GE ein Unterschied zwischen Null und Doppelnull.

So, wenn er bis dahin überlebt, all das überstanden hat - dann ist er in der Mitte seines Lebens der perfekte CDU-Wähler, vom Düsselvampir quasi herangezüchtet.

Ein völlig verarmter Mensch der schon immer arm war, niemals eine Chance hatte und sich für jeden Topf voll Scheiße bedankt, dem ihm der großmütige Onkel Rüttgers zukommen lässt.

Na dann, gute Nacht.

Rettet das Forum der Grünen Jugend

Verwaist und mit unzüchtigem Werbespam zugekleistert. Obwohl der grüne Patrick aufgeräumt hat, sind sie schon wieder da… BlondeStar und die Nasty Teens… manchmal sogar mit Bildanzeige… huiiii

War das noch schön als ulkige junge Grüne sich dort über Politik oder in Topics wie “Juchuu!” unterhalten haben…

Stattdessen weht der virtuelle Wind ebenso virtuelles Wüstengras durch die grüne Forumsprärie…

Schade eigentlich.

Die 60/70/80er

Habe übers Wochenende meinen Schnupfen vom 9.11. auskuriert und dabei ein Buch hervorgestöbert. Inhaltlich sollte es sich über die 60er drehen, tat es auch, doch es gab Grund zu stutzen.

Da wurde doch mindestens 20 mal die DKP drin erwähnt, und sorry Genossen, kein objektives Buch würde denen soviel Bedeutung beimessen. Also blätterte ich ein wenig voraus und stellte fest, dass eine der Mitverfasserinnen Ulrike Meinhof war. Oh Mann, ich habe keine Ahnung woher ich den Schinken habe. Aber nachdem ich festgestellt hatte aus welcher Richtung dieses Buch krähte, konnte ich es auch entspannt lesen.

Und jetzt mal ehrlich ihr Altlinken…. was habt ihr denn da für einen Käse verzapft… SDS hier, Spartacus dort, Öko sowieso, The Kinks und Pol Pot und so weiter.

Das Bemühen war offenkundig vorhanden, der Staatsterror seinerzeit noch viel deutlicher als heute, Notstandsgesetze, aber auch Zanke, Zanke, Zanke, Zanke…

Eigentlich ist es arg verwunderlich, dass diese Bewegung nicht voll durchgeschlagen hat, hattet ihr doch Argumente, Mao-Bibeln, Drogen und Genitalien als Waffen zur Hand. In der heutigen Zeit wären Drogen und Sex nichts mehr womit man Mitstreiter gewinnen kann…. von den 60ern bis weit hinein in die 80er, jede Menge Dynamik und Dampf. huihuihui…

Und schließlich habt ihr euch wunderbar angepasst. Verwechselt Resignation mit Realismus… und geht unsereinem gelegentlich richtig auf den Keks.

Glaubst Du noch was verändern zu können?/die Grünen/SPD/PDS zu einer richtig linken Partei machen zu können..? Wie naiv bist du junger Spund eigentlich? Also, jetzt mal so gesagt…nur weil ihr gescheitert seid, müssen wir ja nicht auch scheitern.

Der hat leicht reden, mögt ihr vielleicht denken, aber genau diesen Spruch schicke ich euch postwendend zurück. Ihr habt leicht reden. Ihr müsst im Gegensatz zu uns ja auch nicht mehr solange auf diesem Planeten leben.

 

Vielleicht ist es ja auch eine neue zeit in welcher wir uns befinden. Vielleicht haben wir ja Chancen die ihr nie hattet. Das gefühlte Wohlbefinden der Bürger ist so gering wie selten zuvor. Die Bürger stehen den Gegebenheiten kritischer entgegen als zuvor… also, falls es noch irgendwo juckt, während ihr so eure Kunst macht (Kultur - der Rückzugsort für jeden frustrierten Altlinken), den Schülern einen in Front erzählt, oder sonstigen klischeehaften Tagwerken nachgeht, in die Toskana fahrt und den Weinimporteur mit Hektoliterbestellungen bombardiert…

Also wenn während all diesen Tätigkeiten noch irgendwo der kindische Gerechtigkeitssinn bimmelt… dann sollte ihr euch mal überlegen ob es nicht auf einen neuen Versuch ankommt. Dann könntet ihr euch einbringen. Ansonsten bitte:

Klappe halten und aus dem Weg…

P.S.: Das ging jetzt wahrhaftig nicht nur an Ex-Mitglieder der DKP…

Der 9te November und die Warendemokraten

Über den diesjährigen Gedenkmarsch der “Demokratischen Initiative” gibt es eigentlich nicht viel zu berichten, außer das es verflucht kalt war und die Aktion besser als im Vorjahr besucht wurde. Und das es danach im “Spunk” Gratisravioli gab, die stellvertretende SPD-Fraktionsdame mich wandelnde Linksparteiwerbetrommel für einen Juso gehalten hat und ich Nina Schadt mit meinen Kampfstiefel in die Hacken gelaufen bin (was mir immer noch furchtbar leid tut und peinlich ist, aber Ulli hat mich dauernd mit der wedelnden Falkenfahne versehentlich irritiert). Wer Ulli ist? Immer noch dieser Herr:

Der Ulli Auch Cthutulli genannt. Oder Kultulli. *ich krieg dich noch in den Promi-Status!*

Um so mehr fiel in diesem beschaulichen Ablauf dann auch ein kleiner Lapsus auf, welcher unserem hochgeschätztem OB unterlief. Neben der Tatsache, dass da einige Teilnehmer über Gräber stiefelten, der zweite kleine Skandal des Abends. Wer der OB ist?

Also der Gelsenkirchener OB heißt momentan noch Frank Baranowski (SPD) und er ist eigentlich ein ganz Korrekter. Habe ihn sogar gewählt. Hier ein Bild von ihm:Franky-Boy  Ich find ihn insoweit ganz okay, das ich ihn schon liebevoll Franky-Boy nenne, aber meine Mutter erstmal! Leute, meine Mama! Die ist ganz vernarrt in ihn. Was daran liegen mag, das sie seinerzeit auch total gerne diesen Fernsehpfarrer Jürgen Fliege geguckt hat. Und wenn man mal darauf achtet hat der OB durchaus eine “fliegige Aura”.

Aber naja, gestern krempelte sich der OB wirklich einmal die Ärmel hoch und griff ganz tief ins Klo bis er den Glibber an den Fingerspitzen hatte. Hallo??? Da meinte er doch tatsächlich den Widerstand vom 10 Juni (NPD-Demo) würdigen zu müssen (gut) und klammerte dabei explizit alle Menschen aus die nicht auf der Bratwurstveranstaltung am Musiktheater waren (schlecht). “…alle wahren Demokraten die sich am Musiktheater versammelt haben um der NPD blablbla…”. Ist ihm das Gespenst von Herbert Wehner erschienen oder geht die Parteiräson momentan mit ihm durch? Wäre es nicht einfach anständiger gewesen zu sagen” Die Gelsenkirchener Bürger” oder so?

Denn wenn wir uns mal auf diese Kleinkrämerei einlassen sollten wir feststellen: Zur Zeit an welcher die “Demokratische Defensive” am Musiktheater Bratwurst gefuttert  und diverse Politgrößen beklatscht hat, marschierten die Nazis mit massivem Polizeischutz einen ganzen Stadtteil entfernt ein. Die Stirn boten ihnen am HBF Jugendliche und Linke in direkter Konfrontation und im betreffenden Stadtteil die Einwohner. Später vermischte sich das. Diese Bilder gingen durch die internationale Presse und zwar zurecht. Während am Musiktheater die Schlipse sich einen abhampelten, STOPPTEN Bürger und Aktivisten die NPD. Ohne Hilfe der feinen Damen und Herren.

Ich war damals sowas von dabei. Und während ich mir gestern da einen abfriere und nichts Böses ahne, haut der Herr OB mir solche Sachen um die Ohren. In einigen Gesichtern war abzulesen, dass es einzig und allein der Friedhof war, der den OB vor wütenden Spontanprotesten schützte. Denn die “unwahren Demokraten” stellten auch diesmal fast 50 % der Veranstaltung…

Doch nach einer Mütze Schlaf fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Der OB als Gewissen der Stadt, hat doppedeutig “…wahren Demokraten” gesagt, aber “Warendemokraten” gemeint! Das ändert doch alles! Was für eine Einsicht, was für eine Größe, was für ein Mut zur Selbstbezichtigung! Ja, das macht Sinn. Etablierte Politprofis die ihre Überzeugungen und ihre Bürger an die Wirtschaft verkaufen, sich als politische Personen quasi zur Ware machen.. WARENDEMOKRATEN. Was für eine großartige Wortschöpfung.

Sollte diese meine Interpretation allerdings falsch sein, auch nicht schlimm. Demokraten die anderen Demokraten, das Demokratsein absprechen weil sie nicht in der SPD/FDP/CDU/Grünen sind, sind ungefähr genauso glaubwürdig und sinnig, wie jene Schalke Fans die zu anderen Schalkefans gröhlen “Wir sind Schalker - und ihr nicht!”… und dann oft auch noch aus Buer, Erle oder Hassel kommen.

 

Jedenfalls begrüße ich dann laut der OB-Definition folgende Neuzugänge in den Reihen der “Undemokraten”: Peter Tertocha (Stadtrat Grüne), Robert Zion (Umweltausschuss Grüne), dazu noch Daniela Schneckenburger (Landesebene Grüne). Außerdem die halbe Grüne Jugend. Dazu noch Thomas, Max und Sebastian plus X von den Jusos aus der SPD, ebenso die ganzen SPDler deren Namen ich mir nie merken kann, die aber auch da waren. Natürlich die gesamte Linkspartei.PDS nebst zugehörige Sympathisanten. Außerdem die AntiFa und sämtliche Bürger Ückendorfs. Herzlich willkommen, jetzt wisst ihr mal wie es sich anfühlt, sich für eine Sache reinzuhängen und dafür noch getreten zu werden.

Eines ist allerdings sicher… mit dieser Mannschaft dürfte es für die “undemokratischen” Kräfte ein leichtes werden, 2009 den Stadtrat zu übernehmen. Und wenn er sich benimmt, darf dann sogar Herr Baranowski aufs Neue unser OB sein. Den hielt es später nämlich auch nicht mehr am Musiktheater. Ich traf ihn in Ückendorf…

Zeit? Wo denn?

Ihr merkt es sicher, diese Woche ist echt hektisch, trotz Feiertag. Computer hier, Freundin da, Putzen, Aufräumen, Staubsaugerbauen, mit-Paul-diskutieren… ich komme gar nicht zum bloggen diese Woche…

Achja die Zeit. Da fällt mir diese gescheiterte Poet ein der schrieb:

ZEIT!

Was..ist…Zeit?

Zeit und Eis, sind Eiszeit

Zeit plus Brot ist

Brotzeit..

Zeit… Zeit…

Nein, der Poet war nicht ich! Ähm, ich gelobe mehr Bloggerengagement und kündige schon einmal an: Was Hubertus Heil mit Knippy zu tun hat, Staubsaugerbeutelnähen leicht gemacht, Dennis&Zarin und die Lichternährung, wie ich zu Halloween fast durch ein Teelicht explodiert wäre…